
Sicherheitsfolien im Bauwesen sind eine effektive Möglichkeit, Glasflächen normgerecht aufzurüsten, das Verletzungsrisiko zu senken und die Widerstandsfähigkeit von Verglasungen deutlich zu erhöhen. Bei Spandex Österreich finden Sie Sicherheitsfolien, die je nach Anforderung entweder Splitterschutz nach EN 12600 oder einen erhöhten Widerstand gegen manuelle Angriffe nach EN 356 bieten. Diese Systeme unterstützen die Einhaltung gesetzlicher Vorgaben und ermöglichen eine wirtschaftliche Nachrüstung von Bestandsbauten.
Im Folgenden erhalten Sie einen kompakten Überblick über den Nutzen und die Funktionsweise von Sicherheitsfilmen, die relevanten Prüfverfahren, typische Einsatzszenarien sowie eine praxisorientierte Vorgehensweise vor Ort. So finden Sie schnell die passende Folienlösung – von reiner Splitterbindung bis hin zur Durchbruchhemmung. Sicherheitsfolien lassen sich flexibel an unterschiedliche Gebäude- und Nutzungssituationen anpassen und bieten eine skalierbare Alternative zum Glastausch.

Warum Sicherheitsfolien heute entscheidend sind
Viele Bestandsgebäude verfügen über Verglasungen, die nicht mehr dem aktuellen Normenstand entsprechen oder im Falle von Kollisionen und Angriffen ein erhöhtes Risiko darstellen. Eine fachgerechte Nachrüstung mit Sicherheits- und Splitterschutzfolien verhindert die Splitterbindung, steigert die Bruchwiderstandsfähigkeit und reduziert das Verletzungsrisiko – ohne kostenintensiven Glastausch.
Das Ergebnis ist eine schnelle, saubere und wirtschaftliche Lösung, die Sicherheitsanforderungen nach DIN- und EN-Standards erfüllt und gleichzeitig die optische Klarheit der Glasflächen bewahrt. Sicherheitsfolien tragen so zu einem höheren Sicherheitsniveau bei gleichbleibender Transparenz bei.
Zugleich steigen die Anforderungen an Prävention, Betriebssicherheit und Werterhalt. Ob in Bestandsimmobilien, öffentlichen Einrichtungen, im Einzelhandel oder in Bürogebäuden – Sicherheitsfolien bieten Flexibilität und Skalierbarkeit. Sie lassen sich auf klaren, getönten oder bereits beschichteten Gläsern applizieren und können neben Schutz auch zusätzliche Vorteile bringen, zum Beispiel:
- UV-Reduktion
- Energieeffizienz
- Sichtschutzvarianten
Dank abgestufter Spezifikationen und Leistungsniveaus gelingt die passgenaue Auswahl – vom reinen Splitterschutz über die Einbruchhemmung bis hin zu ergänzenden Sichtschutzoptionen. Zertifizierte Performance, langlebige Materialien und bewährte Installationsprozesse machen Sicherheitsfilme zu einem effektiven Baustein für Compliance, Nutzersicherheit und Substanzerhalt.
Normen und Prüfungen: EN 12600 und EN 356 im Überblick
Um die Schutzwirkung zuverlässig einzuschätzen, werden Sicherheitsfilme nach DIN EN 12600 und DIN EN 356 geprüft.
EN 12600 – Splitterschutz für den Personenschutz
Die EN 12600 bewertet die Belastbarkeit von Flachglas gegenüber dem Anprall eines menschlichen Körpers. Zum Einsatz kommt der Pendelschlagversuch mit einem „weichen“ Pendelkörper, bestehend aus zwei Reifen mit einem Fülldruck von 3,5 bar und einem Zusatzgewicht; die Gesamtmasse beträgt 50 kg. Je nach Zielklassifizierung wird die Fallhöhe auf 450 mm, 700 mm oder 900 mm eingestellt.
Dieses Verfahren misst die Energieaufnahme beim Stoß und dient der Beurteilung der Splitterbindung und Bruchsicherheit, insbesondere im Personenverkehrsbereich. Die EN 12600 ist somit die zentrale Norm für den Personenschutz an Glasflächen.
EN 356 – Widerstand gegen Angriffe
Die EN 356 prüft den Widerstand gegen manuelle Angriffe und geworfene Objekte. Dabei wird eine Stahlkugel (4,1 kg, 10 cm Durchmesser) dreimal auf eine 1100 × 900 mm große Glasscheibe fallen gelassen. Die Fallhöhe steigt mit der Klassifizierung: P2A beginnt bei 3 m, jede weitere Stufe erhöht die Höhe um 3 m. Ab P5A (9 m) erfolgt der Aufprall neunmal auf dieselbe Stelle.
Typische Folienstärken:
- P1A: ab rund 200 µ
- P4A: bis etwa 1.000 µ oder mehr
Sicherheitsfolien können so ausgelegt werden, dass Verglasungen nach EN 12600 und EN 356 aufgewertet und zuverlässig klassifiziert werden. Damit lassen sich Splitterbindung, Bruchverhalten und Widerstand gegen mechanische Einwirkungen praxisnah verbessern.

Anwendungsbereiche: Splitterschutz nach EN 12600
Sicherheitsfilme zur Splitterbindung reduzieren das Verletzungsrisiko, wenn Personen mit Glasflächen kollidieren. Gerade bei Floatglas in Bestandsbauten sorgt eine Nachrüstung dafür, dass Bruchfragmente sicher gebunden bleiben und nicht unkontrolliert splittern. Das Verhalten nähert sich dem einer VSG-Scheibe an – ohne den Aufwand eines kompletten Glastausches.
Der Vorteil liegt klar auf der Hand: Funktionale Sicherheitsziele werden erreicht, während Kosten, Staubbelastung und Ausfallzeiten gering bleiben.
Für Anwendungen im Innen- und Außenbereich stehen transparente Sicherheitsfolien in abgestuften Stärken zur Verfügung. Folien ab etwa 100 µ lassen sich besonders effizient verarbeiten und ähneln in der Applikation klassischen Sonnenschutzfolien. Dies ermöglicht eine saubere Nassverklebung, kurze Montagezeiten und ein überzeugendes optisches Ergebnis – auch an Glastüren, Trennwänden und großformatigen Fassadenelementen.
Entscheidend ist die korrekte Applikationsseite: Die Schutzseite muss dort liegen, wo ein möglicher Personenkontakt zu erwarten ist. In Bereichen mit beidseitiger Beanspruchung – zum Beispiel bei Durchgangstüren – kann eine doppelseitige Applikation sinnvoll sein. Passende, zertifizierte Lösungen inklusive technischer Dokumentation gewährleisten normkonforme Umsetzungen, die Sicherheit erhöhen, ohne Transparenz oder Ästhetik zu beeinträchtigen.

Anwendungsbereiche: Widerstand gegen Angriffe nach EN 356
Sicherheitsfolien, die nach EN 356 ausgelegt sind, erhöhen die Widerstandsfähigkeit von Fenstern und Türen gegen gewaltsames Eindringen. Sie verteilen Schlagenergie, fördern die Verbundwirkung und erschweren das Durchbrechen der Scheibe.
Dies ist besonders relevant für:
- Eingänge

- Schaufenster
- exponierte Fassadenflächen
- sensible Objektbereiche mit erhöhtem Risiko für Vandalismus oder Einbruchversuche
Auch geworfene Gegenstände wie Steine, Flaschen oder Metallteile stellen für Sicherheitsfolien kein Problem dar. Die Folie hält das Glas als Verbund zusammen, verhindert unkontrolliertes Ausbrechen größerer Öffnungen und wirkt als zusätzliche Barriere. Selbst bei wiederholten Schlägen bleibt der Verbund länger intakt, was wertvolle Reaktionszeit schafft und Folgeschäden reduziert.
Für diese Anforderungen kommen Folienstärken ab etwa 200 µ zum Einsatz – abgestimmt auf Risikolevel, Elementgröße und Rahmenkonstruktion.
Wichtige Punkte für EN 356:
- Montage ausschließlich durch geschulte Verarbeiter
- Applikation erfolgt innenseitig
- Geeignete Randanbindung verhindert Ausreißen unter Last und erhöht die Systemstabilität
In Kombination mit EN 356-Vorgaben entsteht so ein konsistentes System aus Sicherheitsfolien und Rahmenprofilen.

Planung und Auswahl: So finden Sie die passende Lösung
Der erste Schritt ist eine klare Zieldefinition: Welches Risiko soll adressiert werden – Personenschutz, Vandalismusschutz, Einbruchhemmung oder eine Kombination mit zusätzlichen Anforderungen wie UV- oder Hitzereduktion?
Daraus ergeben sich die relevante Norm (EN 12600 oder EN 356) und die geforderte Leistungsstufe. Zudem sollte geprüft werden, ob behördliche Auflagen, Gutachten oder Versicherervorgaben bestehen und welche Zertifikate oder Prüfzeugnisse erforderlich sind. Auch die Betriebsrealität ist entscheidend: Soll der Schutz dauerhaft bestehen, temporär während Bauphasen oder projektbezogen in bestimmten Bereichen?
Im zweiten Schritt werden die vorhandenen Glasaufbauten systematisch erfasst. Wichtige Punkte sind:
- Handelt es sich um Floatglas, ESG, VSG oder Isolierglas?
- Gibt es Herstellerunterlagen, Pläne oder Dokumentationen?
- Zustand der Flächen: Beschichtungen, Folienreste, Dichtungen, Sauberkeit?
- Rahmenkonstruktion: Demontierbare Glashalteleisten oder geklebte Leisten?
Ein Glasdickenmessgerät ist hierbei unerlässlich. Auf Basis der erhobenen Daten lässt sich das geeignete Produkt auswählen – inklusive Montagekonzept, Verarbeitungsrichtlinien und Dokumentation für die normgerechte Nachrüstung.
Bei Schutzklassen nach EN 356 empfiehlt es sich, Probeflächen anzulegen und die Randanbindung mit dem Rahmen abzustimmen, um eine konsistente Systemlösung zu gewährleisten. Für den Personenschutz sollten Prüfberichte und Klassifizierungen klar nachvollziehbar zugeordnet werden, damit Sicherheitsfolien eindeutig spezifiziert sind.
Fazit: Sicherheitsfolien zielgerichtet einsetzen
Sicherheitsfolien sind ein effizienter Hebel, um Bestandsverglasungen normgerecht aufzurüsten, Personen zu schützen und die Widerstandsfähigkeit gegen Einwirkungen von innen und außen zu erhöhen.
- EN 12600 bildet die Grundlage für Splitterbindung im Personenschutz
- EN 356 definiert den Widerstand gegen Angriffe und geworfene Objekte
Mit den richtigen Sicherheitsfolien, sorgfältiger Bestandsaufnahme und professioneller Montage – einschließlich Randanbindung – entsteht eine zuverlässige, langlebige Lösung, die sich optisch dezent integriert und alle baulichen sowie betrieblichen Anforderungen erfüllt.
Planen Sie den Einsatz entlang der relevanten Normen, berücksichtigen Sie die Objektbedingungen und wählen Sie die Spezifikation passend zum Risiko. So erzielen Sicherheitsfolien den größten Effekt: wirtschaftlich, normgerecht und nachhaltig im täglichen Betrieb.

Christopher Lempert ist Ihr Experte für Building Window Films (BWF) bei Spandex Deutschland und unterstützt Sie mit technischer Beratung, Glas-Checks sowie effizienter Projektabwicklung.



